Der beste Konflikt ist ein ausgeräumter und/oder überwundener Konflikt!

Wo kann Mediation angewendet werden?

Mediation ist sowohl in persönlichen Streitfällen, als auch in Gruppenkonflikten und in politischen Konflikten anwendbar. Weite Verbreitung hat das Mediationsverfahren bei der Regelung von Ehekonflikten und Scheidungsangelegenheiten gefunden. Auch zur Bereinigung von Nachbarschaftsstreitigkeiten und Mietkonflikten wird Mediation angewendet. Mediation oder mediationsähnliche Verfahren werden bei Konflikten am Arbeitsplatz und bei Arbeitskämpfen eingesetzt. Auch im juristischen Bereich gibt es Anwendungsfelder bei denen Täter und Opfer zu Gesprächen zusammengeführt werden um den Straftätern eine Einsicht in das von ihnen begangene Unrecht zu vermitteln und ihnen statt einer Gefängnisstrafe eine Entschädigungsleistung für die Opfer aufzuerlegen.

Im politischen Bereich werden vor allem Umweltkonflikte zwischen Bürgerinitiativen, Wirtschaft und Verwaltung durch Mediation lösungsorientiert angegangen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Ansiedlung von Industriebetrieben, Straßenbauvorhaben, Müllentsorgung, sowie Planung und Betrieb von Flughäfen.

Die Anwendungsbereiche von Mediation gehen über die genannten Beispiele weit hinaus, das Mediationsverfahren findet in immer neue Konfliktfelder Eingang. Ferner gehören zunehmend Konflikte in und zwischen Unternehmen zum Betätigungsfeld von Mediatoren (Wirtschaftsmediatoren). Traditionell werden Wirtschaftkonflikte entweder durch direkte Verhandlungen der Beteiligten oder -wenn diese scheitern- durch eine verbindliche Entscheidung eines Dritten beigelegt. Bei betriebsinternen Streitigkeiten ist dies zumeist der gemeinsame Vorgesetzte, in anderen Fällen wird ein Gericht oder ein Schiedsgericht angerufen. Diese Vorgehensweise führt nicht immer zu interessensgerechten Ergebnissen. Sie kostet häufig viel Zeit und Geld, belastet Geschäftsbeziehungen und unternehmensinterne Abläufe und wirkt sich unter Umständen negativ auf den Ruf des Unternehmens aus. Die Mediation, also die Vermittlung durch einen Dritten, der keine Entscheidungskompetenz besitzt, vermeidet diese Nachteile. Sie ermöglicht in vielen Fällen eine rasche und kostengünstige Streitbeilegung, die Geschäftsbeziehungen sowie Unternehmensabläufe schont.

Am 01.03.2002 hat das niedersächsische Justizministerium damit begonnen, das von der Klosterkammer geförderte Modellprojekt "gerichtsnahe Mediation" in die Praxis umzusetzen. Das in Niedersachsen begonnene Projekt ist in seiner Größenordnung bundesweit einmalig. An sechs niedersächsischen Gerichten, nämlich den Amtsgerichten Oldenburg und Hildesheim, den Landgerichten Hannover und Göttingen sowie am Sozial- und Verwaltungsgericht Hannover, wurden drei Jahre lang Chancen und Grenzen der Mediation von streitenden Parteien ausgelotet. Die projektweite, mittlere Einigungsquote bei diesem Projekt lag am 31.12.2004 bei 76,4%. Im Kalenderjahr 2004 wurden von 878 Mediationsverfahren sogar 707 mit einer Vereinbarung beendet, dies entspricht einer Quote von 81%. Der Modellversuch wurde am 28.02.2005 wie geplant beendet.

Anfang September 2004 wurde der schon seit vielen Jahren bekannte Unternehmensrechtler und Mediator Prof. Dr. Horst Eidenmüller, München, von der Bundesregierung als Schlichter im Streit mit Toll Collect als Vermittler berufen. Für den Abschluss des Verfahrens gibt es im Augenblick noch kein Datum. Erwartet wird aber ein Vergleich, weil die Zusammenarbeit des Bundes mit Toll Collect langfristig angelegt ist.




Was ist Mediation?
Seit wann gibt es Mediation?
Wo kann Mediation angewendet werden?
Welche oder was für Konflikte entstehen im Wirtschaftsleben?
Verursachen Konflikte nur Stress und Kosten?
Kann das Mediationsverfahren Stress und Konfliktkosten senken?
Warum Steuerberater als Mediatoren (Wirtschaftsmediatoren)?