Der beste Konflikt ist ein ausgeräumter und/oder überwundener Konflikt!

Verursachen Konflikte nur Stress und Kosten?

Nein, Konflikte sind für das Fortbestehen einer Organisation notwendig. Sie ermöglichen Veränderungen, zeigen Unterschiede innerhalb einer Gruppe auf, stellen aber auch Einheitlichkeit zwischen den Gruppenmitgliedern her und können zur Verbesserung der Beziehungen beitragen. Die Schattenseite der Konflikte im Unternehmen sind die damit verbundenen Kosten. So notwendig die Konflikte für die Organisation auch sind, wenn sie außer Kontrolle geraten und nicht gut gelöst werden, werden sie zu einem erheblichen Kostenfaktor. Eine kostenrechnerisch vollständige und mathematisch exakte Berechnung ist in der Regel gar nicht möglich.

Das Problem liegt sowohl in der vollständigen Erfassung der Kostenfaktoren, als auch in der wertmäßigen Bestimmung der Positionen. Konfliktkosten müssen zunächst nach direkten und indirekten Kosten unterschieden werden. Direkte Kosten sind für jeden deutlich erkennbar z. B. Verfahrenskosten (Gerichts- und/oder Rechtsanwaltskosten) und eigene Sachkosten. Schwieriger wird es bei den indirekten Kosten wie z. B. verlorene Arbeitszeit, reduzierte Qualität der Leistung und Ergebnisse, Verlust von Mitarbeitern, Aufwand für Restrukturierung, Kosten durch Sabotage, Diebstahl und Beschädigung und Kostenfaktor geringerer Leistungsfähigkeit durch Fehlzeiten und Krankenstand. Nach einer Studie aus den USA aus 1977 entfielen ca. 30% der Arbeitszeit von Managern auf Konfliktbewältigung, im Jahre 1996 waren es bereits 42%. Eine andere Quelle gibt hierfür einen Prozentsatz von 25 - 60 an. Studien beim amerikanischen Technologieunternehmen Motorola zeigen, dass die Kosten eines Konflikts mit zunehmender Dauer überdimensional ansteigen. Bei Motorola wurden dafür im Jahre 1993 typische Arbeitsrechtstreitigkeiten untersucht und dafür in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase, die die anfänglichen Gespräche mit den Betroffenen, der Rechtsabteilung und die erste Kontaktaufnahme mit externen Rechtsanwälten umfasste, entstanden Kosten von ca. $ 17.000 bis $ 20.000. Zur zweiten Phase gehörten die Zeugen- und Expertengespräche, das Sammeln von Beweisen und ggf. Maßnahmen des einstweiligen Rechtsschutzes. In dieser Phase stiegen die Kosten auf $ 80.000 bis $ 110.000 an. Kam es zu einem Gerichtsprozess stiegen die Kosten auf ca. $ 190.000 bis $ 250.000. Der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigt auf seiner Homepage konkrete Zahlen für die Kosten der Mitarbeiterfluktuation. Für Facharbeiter entstehen ca. € 7.700 bis € 25.000, Sekretärinnen ca. € 13.000 und Führungskräfte ca. € 205.000. Laut DGB betragen die Kosten eines Fehltages je nach Qualifikation des Mitarbeiters zwischen € 103 bis € 410.



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